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Jung hilft Alt

Generationenprojekt - Digitale Unterstützung über Generationen hinweg

Heidi Nussbaumer interviewt
Ivano Begic und Dimitrios Verdelis
14. Januar 2026

Seit Januar 2025 organisiert die Alterskommission AK in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit Aegerital JAE und der Bibliothek Aegerital das Projekt „Jung hilft Alt“.
Das Projekt bringt Jung und Alt zusammen.

Die Jungen helfen den Seniorinnen und Senioren beim Umgang mit den digitalen Geräten.

An diesen Mittwochnachmittagen kommen jeweils zwei bis fünf ältere Besucher und Besucherinnen in die Bibliothek. Dort sitzen dann jeweils mindestens zwei Jugendliche und helfen den fragenden Besucherinnen und Besuchern.

Zwei Interviews mit Jugendlichen sollen zeigen, wie die Jugendlichen über dieses Projekt denken.


Heidi Nussbaumer HN: «Was hat euch bewogen am Generationenprojekt, auch ältere Menschen sind digital unterwegs, mitzumachen?»

Dimitrios Verdelis (DV): «Ich freue mich jeweils auf dieBegegnungen: Ich interessiere mich für technische und digitale Geräte, weil die sehr hilfreich und vielseitig anwendbar sind. Diese Möglichkeiten erkläre ich gerne andern Personen.»

Ivano Begic (IB): «Ich zeige die Möglichkeiten der Handys den interessierten älteren Personen und bringe ihnen gerne bei, wie man diese anwendet.»


HN: «Bei welchen Themen helft ihr älteren Menschen?»

DV: «Alles, was mit Handys und digitalen Geräten zu tun hat. Wenn ältere Personen Probleme mit diesen Geräten haben, erkläre ich sie verständlich.»

IB: «Es kommt darauf an, welche Probleme sie haben. Ich erkläre es dann möglichst verständlich.»

HN: «Wie könnt ihr anderen Menschen helfen?»

IB: «ich erkläre Ihnen, wie sie die Geräte anwenden können. Es ist schwierig etwas zu nutzen, das man nicht kennt.» 

HN: «Gibt es noch weitere Themen, die ihr mit älteren Generationen erleben könntet?»

IB und DV: «Wir könnten und vorstellen, weitere Themen in der Zukunft anzugehen. Haben es im Jugentreff noch nicht besprochen.»

HN: «Wie empfindet ihr die Zusammenarbeit mit der älteren Generation?»

DV: «Für mich war das heute der erste Einsatz hier am Generationentreffpunkt. Ich finde dies ein interessantes Projekt und mir gefällt dieses Frage- und Antwortspiel. Ich komme gerne wieder an einem anderen Nachmittag.»

IB: «Ich finde es sehr interessant und empfinde es nicht anstrengend.»

HN: «Habt ihr dabei etwas gelernt?»

DV: «Heute habe ich noch nichts gelernt. Aber ich finde die Stimmung entspannt und fröhlich.»

IB: «Ich habe gelernt, welche Probleme ältere Personen haben und wie ich Ihnen in langsamen Schritten helfen kann.»

HN: «Für was verwendet ihr das Geld, das ihr durch die geleisteten Stunden bekommt?»

DV und IB: «Gegenwärtig habe ich keine Idee. Aber ich spare, damit ich mir irgendwann etwas leisten kann.»

HN: «Was macht ihr sonst in eurer Freizeit?»

DV: «Ein Hobby von mir ist Badminton. Zudem lese ich oft. Aber ich liebe es ein Buch in der Hand zu halten und lese die Bücher nicht digital. Zudem trommle ich mit Freuden auf einem Schlagzeug rum.»

IB: «Ein Hobby von mir ist Fussball und ich ministriere auch. Eine schöne Abwechslung finde ich auch beim Babysitten und im Generationenprojekt zu helfen. In der Jugi betreibe ich den Kiosk und man trifft mich am Samstagabend auch beim Midnigt Sport.»

HN: «Welche Musik zählt ihr zu euren Favoriten?»

DV: «Ich höre oft Meddle Musik oder allgemein Musik mit gutem Schlagzeugspiel.»

IB: «Nation Musik von Kroatien»

HN: «Wieso geht ihr zum Jugendtreff?»

DV: «Iich gehe gerne zum Jugendtreff, weil man dort Kollegen trifft. Aber von meiner Klasse kommt keiner mit. Man trifft dort Kameraden und hat gute Unterhaltung und Diskussionen.»

IB: «Weil ich hier mit Freunden rumhängen und chillen kann.»

HN: «Was möchtet ihr noch sagen?»

IB: «Alles Gute!»

Heidi Nussbaumer, Alterskommission Ägerital

Für die Alterskommission Ägerital

Heidi Nussbaumer

Jahresprogramm

Demenz im Blick

Zum 24. März 2026 lud die Alterskommission Ägerital zu einem informativen Vortrag zum Thema Demenz ein.

Rund 70 Besucherinnen und Besucher hörten in der Maienmatt, Oberägeri den Erfahrungen von drei Referentinnen gespannt zu.


Foto: Paul Iten

Vorbeugen

Daniela Bigler-Billeter, Leiterin der Geschäfts- und Beratungsstelle Alzheimer Zug, zeigte auf, welche Leistungen die Anlaufstelle rund um das Thema Demenz erbringt und wie sich dem Krankheitsbild präventiv begegnen lässt.

Dabei betonte sie die zentrale Bedeutung geistiger Aktivität, sozialer Kontakte und regelmässiger Bewegung.
So könne es bereits hilfreich sein, Inhalte aus einem gelesenen Buch, einem Zeitungsartikel oder einem gehörten Podcast aktiv weiterzuerzählen.

Grundsätzlich gelte: Je früher ein gesunder Lebensstil gepflegt werde und je konsequenter dieser über die Jahre beibehalten werde, desto positiver wirke sich dies auf die Hirngesundheit aus. Zudem erläuterte Bigler-Billeter die konkreten Dienstleistungen der Beratungsstellen Alzheimer Zug und Amnesia Zug.

Verstehen

Ulrike Darsow, leitende Ärztin am Zentrum für Altersmedizin und Palliative Care des Spitals Affoltern, referierte über die altersbedingten Veränderungen des Gehirns und erläuterte, wie Demenz frühzeitig erkannt werden kann.
Ab dem 75. Lebensjahr nimmt die Zahl der Nervenzellen natürlicherweise ab. Gleichzeitig verringern sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, und auch die Durchblutung des Gehirns lässt nach.
Mögliche Folgen sind Schwindel, ein erhöhtes Sturzrisiko, Verwirrtheit, Aufmerksamkeitsstörungen sowie ein gesteigertes Risiko für Schlaganfälle.

In der Schweiz lebten im Jahr 2023 rund 161’000 Menschen mit Demenz, davon 66 Prozent Frauen. Im Kanton Zug waren 2185 Personen betroffen. Etwa fünf Prozent der Erkrankten entwickeln die Demenz bereits vor dem 65. Lebensjahr. Schätzungen zufolge hat jedoch höchstens die Hälfte der Betroffenen eine fachärztliche Diagnose erhalten.

Quelle: Alzheimer Zug, Factsheet, 2005

Im Rahmen einer fachärztlichen Begleitung steht der Erhalt beziehungsweise die Verbesserung der Lebensqualität im Zentrum. Dabei werden nicht nur körperliche, sondern auch psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse berücksichtigt. Zudem werden auch Angehörige einbezogen, begleitet und unterstützt.

Handeln

Die Referate von Daniela Bigler-Billeter und Ulrike Darsow machten deutlich, wie wichtig frühzeitiges Handeln ist und welche Unterstützungsangebote Betroffenen zur Verfügung stehen.

Anschliessend zeigte Edith Nussbaumer, Abteilungsleiterin des Tagesheims im Pflegezentrum Baar, auf, welche konkreten Dienstleistungen das Pflegezentrum für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen anbietet.

Dabei betonte sie, dass Menschen mit Demenz in erster Linie als Individuen wahrgenommen werden möchten und nicht über ihre Erkrankung definiert werden sollen. Ihr Wunsch sei es, weiterhin Teil der Gesellschaft zu bleiben. Dies erfordert eine tragende und fürsorgliche Gemeinschaft, die sowohl Betroffene als auch deren Angehörige unterstützt.

Das Tagesheim des Pflegezentrums Baar leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und bietet Menschen mit Demenz im Kanton Zug einen Ort der Betreuung und Begegnung. Die Kosten dieser Angebote werden vom Kanton Zug, den Gemeinden sowie den Krankenkassen mitgetragen.

Bilanz - Dank

Die Vorträge stiessen auf grosses Interesse und unterstrichen die Bedeutung von Wissen und Verständnis im Umgang mit dieser herausfordernden Erkrankung – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.

Die Alterskommission Ägerital bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für das grosse Interesse sowie die anregenden Gespräche im Anschluss bei Kaffee und Kuchen.

Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig soziale Kontakte auch im Sinne der Prävention sind. Entsprechend genossen die Besuchenden den Austausch in geselliger Runde.

Oberägeri, 26.03.2025

Für die Alterskommission Ägerital

Paul Iten

 

Aktuelles

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