Heidi Nussbaumer (HN), Mitglied der Alterskommission führte ein Interview mit
Carina Brüngger (CB), Geschäftsführerin Spitex Kanton Zug
HN: Herzliche Gratulation zur Auszeichnung von vier EFQM-Sternen für die Spitex Kanton Zug (EFQM = European Foundation for Quality Management). Wie ich in den Medien lese, ist die Spitex Kanton Zug in der Schweiz die erste Spitex-Organisation, die auf diesem Level zertifiziert wurde.
Was hat Sie dazu motiviert, mitzumachen und sich mit dem Unternehmen zu qualifizieren und was war die grösste Herausforderung?
CB: Mit Blick in die Zukunft wird die Zertifizierung immer wichtiger. Für das Bundesamt BAG wie auch für die Krankenkassen wird der Qualitätsstandard vermehrt zu einem Thema. Durch kontinuierliche Weiterbildungen und unter Einbezug der neuesten Erkenntnisse bringen wir uns jeweils auf den aktuellen Stand.
Eine grosse Herausforderung war es, während der Vorarbeiten für die Zertifizierung den täglichen Betrieb effizient abzudecken.
Wie muss ich mir den Aufbau der Spitex Kanton Zug vorstellen?
Wir haben die verschiedenen Angebote des ganzen Betriebs überprüft und entschieden, dass wir sämtliche Bereiche wie Pflege, Hauswirtschaft und Administration auf den aktuellen Stand bringen und der Zertifizierung unterstellen.
Im Kanton Zug gibt es vier Regionalstellen plus den Hauptsitz. Diese Stellen decken die Fachbereiche somatische Pflege, psychiatrische Pflege, Palliativpflege, Wundpflege und Hauswirtschaft und Betreuung ab. Zudem gibt es für beide Bereiche je ein spezialisiertes Demenzteam.
In allen Bereichen arbeiten ausgebildete Mitarbeitende, die ihre Fachkenntnisse kompetent einzusetzen wissen.
Wie viele Mitarbeitende beschäftigt die Spitex Kanton Zug? Wie viele Kundinnen und Kunden betreut sie?
Wir beschäftigen 300 Mitarbeitende im Kanton Zug und betreuen in diesem Jahr 3000 Kundinnen und Kunden.
Spitex Kanton Zug ist eine innovative, führende Anbieterin von qualitativ hochstehenden Pflege- und Betreuungsleistungen zu Hause in allen Gemeinden des Kantons Zug.
Erbringen Sie auch Nachtdienstleistungen?
Ja, wir erbringen Nachtdienstleistungen bei bestehenden Kunden.
Die Stelle ist in der Stadt Zug stationiert und für den ganzen Kanton tätig. Wir sind jedoch nicht für Notfälle zuständig.
Welche Erfahrungen machen Sie im täglichen Umgang mit Kundinnen und Kunden?
Die Mehrheit der Kundeinnen und Kinden schätzt uns und unsere Dienste. Die Fälle werden indes zunehmend komplexer. Ein verbreitetes Thema ist die Einsamkeit, die wir immer stärker wahrnehmen. Auch jüngere Personen nehmen unsere Dienste zunehmend in Anspruch.
Wir decken das gesamte Leistungspaket aus einer Hand ab. Unsere Kundinnen und Kunden stehen im Zentrum unseres Handelns in allen Bereichen.
Gibt es genügend Fachkräfte in den verschiedenen Sparten? Wie organisieren Sie die Mitarbeitenden?
Die fehlenden Fachkräfte sind in allen Bereichen spürbar. Die Ausbildungsoffensive im Rahmen der Pflegeinitiative, die vom Bund umgesetzt werden muss, ist eine bedeutende Hilfe zur Entschärfung des Fachkräftemangels im Pflegebereich.
Spitex Kanton Zug ist eine moderne, attraktive Arbeitgeberin mit innovativen, schlanken Abläufen. Wir setzen uns für eine gute berufliche Aus- und Weiterbildung ein und haben fortschrittliche Arbeitsbedingungen geschaffen.
Was wollten Sie uns noch sagen?
Als gemeinnütziger Verein sind wir bekannt und wertgeschätzt im Kanton Zug. Finanziell werden wir vom Kanton und den Gemeinden unterstützt. Ergänzend bieten wir Leistungen für Selbstzahlende an und kooperieren mit Partnerinnen und Partnern.
Wir stellen den Menschen ins Zentrum. Damit sind nicht nur unsere Kundinnen und Kunden gemeint, sondern auch alle unsere Mitarbeitenden.
Herzlichen Dank, Frau Carina Brüngger für das interessante Gespräch. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg, gutes Gelingen und viel Freude in Ihrer Tätigkeit.
Interview Heidi Nussbaumer, Mitglied der Alterskommission Ägerital